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F A S T E N Z E I T   ?!

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Fastenzeit,die nach christlichem Gebrauch seit dem vierten Jahrhundert von Aschermittwoch bis Ostersamstag reicht, soll durch den Verzicht auf lieb Gewordenes den Blick auf das Leiden und Sterben Christi richten. Verzichten fällt meist schwer. So war in der Westkirche der Genuss von Fleisch, Milchprodukten, Alkohol und Eiern verboten. Um dennoch über die Runden zu kommen, wurde ein Teil des Fleisches mit Fisch ersetzt. Neben dem Fisch kamen auch Biber auf den Tisch, weil sie auch im Wasser leben und dazu noch einen geschuppten Schwanz haben. Was für uns heute als Kuriosum erscheint, ist ein Indiz dafür, wie schwer es ist, Gewohnheiten zu ändern. Seit 1983 Journalisten und Theologen mit einem Aufruf die Aktion „7 Wochen Ohne“ ins Leben riefen, ist es wieder populär geworden, zu fasten. Ja, und auch heute gibt es gute Gründe, seinen Lebensstil zu hinterfragen und zu ändern. Das betrifft die Mobilität und den Konsum und sicher viele andere Lebensbereiche.
Ob der Ersatz des PKW mit Verbrennungsmotor durch einen elektrischen Antrieb späteren Generationen genauso kurios erscheint, wie einst der Standpunkt, dass der Verzehr von Bibern kein Fleisch ist? Wir wissen darum, dass unsere Lebensweise, insbesondere in den westlichen Ländern weder nachhaltig noch gerecht ist. Doch wie schwer kommt man aus seiner Haut. Viele Lebensbezüge sind so vernetzt und verwoben, dass es unmöglich erscheint, sich daraus zu lösen. Der Verzicht auf liebgewordene Dinge und Gewohnheiten, schafft bei mir das Bewusstsein, dass das Problem tiefer liegt. Am Ende der Fastenzeit steht für uns Christen das Auferstehungsfest. Es ist für mich das Fest der Hoffnung, dass nicht alles so bleiben muss wie es ist. Evangelium bedeutet vom Tod ins Leben zu gehen und damit auch, alles das ablegen zu dürfen, was zu einem guten Leben nicht passt. Damit muss man aber nicht bis Ostern warten.

Ihr Matthias Mrosk

 

 

Bild: Martin Manigatterer In:Pfarrbriefservice.de
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