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OSTERN 2020

In diesem Jahr ist Vieles anders. Das Osterfest ist das wichtigste Fest des Kirchenjahres. Wenn wir es in diesem Jahr nicht in der gewohnten Weise feiern können, mussten neue Ausdrucksformen gefunden werden. Da die Evangelische Thomasgemeinde und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in derselben Straße nur einige hundert Meter entfernt liegen, lag der Gedanke einer gemeinsamen Aktion nahe. So geben wir in ökumenischer Verbundenheit unserer Auferstehungsfreude Ausdruck. Die Botschaft der Kreuzigung und Auferstehung verkündigen wir gemeinsam. Wenn das in diesen Tagen nicht in den Kirchenräumen geschehen kann, dann gehen wir damit auf die Straße. Mit den Plakaten wollen wir Impulse geben, die durch die Texte auf dieser Seite ergänzt werden sollen.

 

Neues Leben

Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen und mit was für einem Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib. Nicht alles Fleisch ist das gleiche Fleisch, sondern ein anderes Fleisch haben die Menschen, ein anderes das Vieh, ein anderes die Vögel, ein anderes die Fische. Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz. So auch die Auferstehung der Toten. (1. Korinther 15, 35 ff)
Schmetterlinge sind herrlich, nicht wahr? Diese Farbenpracht, diese Leichtigkeit, wie sie scheinbar ziellos und so unbeschwert von Blüte zu Blüte flattern. Wer hätte das noch wenige Tage zuvor gedacht, als da eine Raupe sich immer fetter gefressen hat und sich dann in einen unförmigen Kokon eingesponnen hat.
Wer kann schon sagen, wie die Auferstehung vor sich geht. Wir Christen glauben, dass nicht nur Jesus an Ostern auferstanden ist, sondern dass auch auf uns ein neues Leben wartet. Das ist die Osterbortschaft überhaupt. Gott ist stärker als der Tod, und wir werden bei ihm sein.
Bloß wie und in welcher Gestalt? In seinem Brief an die Korinther versucht sich Paulus an Bildern aus der Natur, um das Unbeschreibliche zu beschreiben.

Und aus der Raupe wird ein Schmetterling.

Ostern in der Natur

Am Abend aber kam ein reicher Mann aus Arimathäa, der hieß Josef und war auch ein Jünger Jesu. Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm den geben. Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch und legte ihn in sein eigenes neues Grab, das er in einen Felsen hatte hauen lassen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon. (Evangelium nach Matthäus 27,57ff)
Nachdem Jesus gestorben ist, wurde sein Leichnam in eine Grabhöhle gelegt und ein großer Stein versperrte den Eingang. Dieser Fels, ein Symbol für den Tod. Denn ein Stein hat kein Leben in sich, nicht so wie eine Pflanze oder die Erde, aus der Leben entsprießen kann.
Ein Ei wirkt zunächst wie ein rund geformter ebenmäßiger Stein: Solange das Ei nur daliegt und sich nicht bewegt, wirkt es selbst auch wie tot. Aber wenn das Küken schlüpft, dann steht uns das neue Leben aus dem totgeglaubten Gegenstand unmittelbar vor Augen.
Wie das Küken aus dem Ei schlüpft, so bleibt auch Jesus nicht in der mit einem großen Stein verschlossenen Grabhöhle: Das Ei wird so zum Symbol der Auferstehung.

Gott liebt dich

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben… Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1. Johannes 4,9ff)
Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben. (Johannes 3,16)

Was ist stärker? Gesagt zu bekommen, dass man geliebt wird, oder wenn Taten für sich sprechen?
Klar ist: Schöne Worte allein reichen nicht! Wenn jemand davon spricht, mich zu lieben, aber mich dennoch mit seinem Verhalten ständig verletzt, sind die Liebesbeteuerungen schlicht unglaubhaft.
Umgekehrt erlebe ich häufig, wie wichtig den meisten ist, es auch gesagt zu bekommen, dass man geliebt wird, auch wenn die Liebesdienste des anderen eigentlich für sich sprechen und zwar deutlich.
Also brauchen wir Menschen meistens beides: Wir wollen hören, dass wir geliebt werden, doch genauso wollen wir es auch spüren und erleben! Karfreitag und Ostern sind solche handfesten Beweise von Gottes Liebe, nicht nur ein paar schöne Worte. Hier hat Gott gezeigt, wie wichtig wir ihm sind.
So dürfen wir uns gerade dann am Kreuz festhalten, wenn es mal wieder hart auf hart kommt. Und wenn wir im Dunkeln umherirren, kann uns das Osterlicht Orientierung geben.
Gott weiß aber auch um unsere Unsicherheit. Darum gibt er uns zusätzlich das biblische Wort, in dem er uns seine Liebe beteuert, sodass jeder von uns sich angesprochen fühlen mag und gewiss sein kann: Gott liebt mich!

 

Jeden Morgen neu

Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,20-22)

Auf und macht die Herzen weit,
euren Mund zum Lob bereit!

Kehrvers: Gottes Güte, Gottes Treu,
sind an jedem Morgen neu.

Dieser Vers stammt aus einem beschwingten Morgenlied aus unserem Gesangbuch (EG 454) vom Theologen Johann Christoph Hampe aus dem 20. Jahrhundert.

Gottes Güte, Gottes Treu,
sind an jedem Morgen neu.“

Diese Worte sind Musik in meinen Ohren, selbst ohne Melodie:

Wie befreiend der Gedanke, dass, wie dunkel auch die Nacht gewesen sein mag, der neue Morgen anbrechen wird – so sicher wie das Amen in der Kirche! Gott hat der Menschheit quasi von Anfang an versprochen, den für uns so lebenswichtigen Kreislauf der Natur zu garantieren. Daran erinnert er sich selbst genauso wie uns mit dem Zeichen seines Bundes, dem Regenbogen, der Himmel und Erde verbindet und mit seiner Farbenvielfalt etwas für’s Auge ist genauso wie für’s Herz.
Und damit bin ich wieder beim Morgenlied, welches unsere Antwort sein kann auf Gottes Verheißung am Ende der Geschichte von der Arche Noah:
Denn wenn wir unsere Herzen öffnen und unseren Mund zum Lob bereitmachen, dann durchströmt uns reine, helle Osterfreude bei diesem Ausruf auf den Lippen: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja – Gelobt sei Gott!

In tiefster Not

Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe. Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! (Markus 14,32ff)
Am Boden zusammengekauert, beinahe in Embryonalhaltung, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. So betet Jesus. Die Szene berührt mich, weil Jesus so menschlich ist. Meistens wirkt er abgeklärt, Angst scheint ihm ein Fremdwort zu sein. Auch wenn er sich der Nöte anderer annimmt, ist er doch sonst immer Herr der Situation und seinen Widersachern überlegen. Nur hier nicht. Hier überkommt ihn die Verzweiflung, die ihn so nah am Unglück von uns anderen sein lässt.
Aufgrund dieser biblischen Erzählung darf ich gewiss sein: Auch in meiner größten Verzweiflung kann ich mich an den dreieinigen Gott wenden, er weiß von den Abgründen, die sich dem Verzweifelten auftun, denn er hat sie durch Jesus selbst erlebt.

Für uns alle

Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? (Römer 8,31ff)

Das Kreuz ist das Symbol des Christentums schlechthin. Das Kreuz, das für den Tod eines Verbrechers steht, wo doch Jesus wohl der einzige war, der keine Sünde begangen hat und jeder Versuchung des Teufels widerstanden hat. Doch er hat diesen schmachvollen Tod auf sich genommen – für uns. Martin Luther nennt es einen fröhlichen Wechsel: Jesus stirbt für uns am Kreuz, und wir Christen werden mit hineingenommen in die Auferstehung.

Das Kreuz ist auch ein Symbol der Verbundenheit: der vertikale Strich verbindet Himmel und Erde, Gott und Mensch, der horizontale wiederum verbindet uns Menschen untereinander.

Jesus ist es, der uns mit Gott und mit unserem Nächsten verbindet.

 

Hab keine Angst

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich. (Markus 16,1-8)

Angst hat jeder mal, das ist nichts, wofür man sich schämen braucht. Und die Angst der Frauen am Ostermorgen kann ich auch verstehen. In ihrer Trauer um Jesus hatten sie sich auf den Weg gemacht, um ihm einen letzten Liebesdienst zu erweisen. Doch sie finden nicht das vor, was sie erwartet hatten: Die Grabhöhle, noch verschlossen von einem großen Stein.
Stattdessen steht das Grab offen, und statt des Leichnams Jesu erwartet sie ein Bote Gottes, der ihnen die Auferstehung Jesu verkündet.
Ursprünglich endete das Markusevangelium mit diesen Versen: Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.
Glücklicherweise ist es dabei nicht geblieben, denn die Osterbotschaft ist eine, die hinausgerufen werden will, hinaus in die Welt, sodass sie jeder hören kann.

Welche Ängste bewegen uns?
Die Angst, zu erkranken und zu sterben?
Die Angst, mit dem, was wir haben, nicht auszukommen?
Angst vor der Ungewissheit, was uns die Zukunft noch bringen mag?

Gott möchte uns die Angst nehmen, indem er uns sagen lässt: „Deine Angst hat nicht das letzte Wort! Denn ich bin mit dir, was auch geschieht. Sieh her, selbst den Tod habe ich besiegt. Darum lege deine Angst nieder und gehe mutig deinen Weg in der Gewissheit, dass ich an deiner Seite bin.“

Nicht allein

Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Johannes 19, 25ff)

Nicht allein – das ist so wichtig! Gerade in dieser Zeit merken wir, wie wichtig soziale Kontakte sind. Ein weiterer Mensch, der mir zuhört, für den ich da sein kann und den ich möglichst auch einmal in den Arm nehmen kann, um zu zeigen, wie gern wir uns haben oder auch um Trost zu spenden und Trost zu empfangen.
Nicht allein – das ist Jesus selbst am Kreuz noch wichtig: Bei Johannes gehören zu den letzten Worten, die er vor seinem Tod spricht, die an seine Mutter und an den Jünger, den er lieb hatte, wie es heißt. Im Wissen darum, dass beide um ihn besonders trauern und sich verlassen fühlen werden, schenkt er ihnen die Möglichkeit, füreinander da zu sein und im Andenken an Jesus Beziehung zu erleben.
Nicht allein – mögen Sie stets spüren, dass Sie gehalten sind, im Idealfall auch von anderen Menschen. Aber selbst wenn es nicht so ist, Gott hält Sie in seiner Hand, was auch passiert. In Jesaja 49,15 heißt es: Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen

Licht im Dunkeln

Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müsst die Totengeister und Beschwörer befragen, die da flüstern und murmeln, so sprecht: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? Oder soll man für Lebendige die Toten befragen? Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung! Werden sie das nicht sagen, so wird ihnen kein Morgenrot scheinen, sondern sie werden im Lande umhergehen, hart geschlagen und hungrig. Und wenn sie Hunger leiden, werden sie zürnen und fluchen ihrem König und ihrem Gott, und sie werden über sich blicken und unter sich die Erde ansehen und nichts finden als Trübsal und Finsternis; denn sie sind im Dunkel der Angst und gehen irre im Finstern. Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind… Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. (Jesaja 8,23ff)

Schön, so ein Osterfeuer!

Hier kommt man zusammen, man ist gesellig, es wird gegessen und getrunken. Die Kinder staunen über die Größe des Feuers und die Hitze, und damit es am Abend so richtig zur Geltung kommt, darf man länger aufbleiben als sonst. Die Feuerwehr bereitet das Feuer von langer Hand vor und sorgt später dafür, dass die übrig gebliebene schwelende Glut keinen Schaden anrichten kann.
Der Brauch, das Feuer am Abend vor dem Ostermorgen zu entzünden, erinnert daran, dass das Licht die Dunkelheit und das Leben sogar den Tod besiegt.
Dieses Jahr nun dürfen keine Osterfeuer veranstaltet werden. Doch so wie wir mit der Plakataktion in Platendorf dafür sorgen wollen, dass trotz der nicht stattfindenden Gottesdienste uns die Osterbotschaft vor Augen steht, so ruft der zwischen den Plakaten wehende und leuchtend rote, durchscheinende Stoff in Erinnerung, was das Osterfeuer symbolisiert: Mit Jesus Christus ist das Licht in die Welt gekommen und dies ist stärker als jede Finsternis.

 

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