Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend – gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben! Tobias 4, 8

(Monatsspruch aus den Losungen für Oktober 2019)

Liebe Leserin, lieber Leser,

puh – ein unbekannter Text aus den Apokryphen! Aber es lohnt sich doch, einmal das ganze Kapitel zu lesen. So erfährt man z. B., dass unser schönes Sprichwort: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu“ wortwörtlich Vers 16 von Tobias 4 ist!

Warum geht es in diesem Abschnitt? Ein Vater, der glaubt, nicht mehr lange zu leben, spricht mit seinem Sohn über das, was ihm wichtig ist: Hast du viel, gib davon ab und wenn du wenig hast, mach dir nichts draus, gib trotzdem ab!

Ist das nicht eine Zumutung? Muss nicht jeder sehen, wie er über die Runden kommt? Eine Freibetragsregelung für Almosen scheint der Vater nicht zu kennen…

Theodor Fontane beschreibt in seinem Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ auch einen Generationswechsel. Der freigiebige von Ribbeck senior nimmt darin eine Birne mit ins Grab, aus der ein Birnbaum wächst, um auch nach seinem Tod andere Menschen weiter beschenken zu können. Seinem knickerigen Sohn von Ribbeck junior traute er nämlich keine Großzügigkeit zu.

Welche Lebenseinstellung ist uns so wichtig, dass wir sie der nächsten Generation vermitteln und mit auf den Weg geben wollen?

Wer knapp bei Kasse ist, muss bei Almosen wohl auch nicht nur an Geld denken. Letztendlich geht es vor allem darum: Sei ein Segen für andere!

Ihre/Eure Konny Lausch

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