Foto: Renate Dobutowitsch

Schau an …

Wir haben kürzlich „Opa Ernys Garten“ besucht. Das ist ein privater, botanischer Garten rund um eine Obstbaum- und Beerenplantage. Die Farbenpracht der Bäume, Büsche, Blumen und Bodendecker war überwältigend. „Schau an der schönen Gärten Zier“ dichtete vor 370 Jahren Paul Gerhardt und wies darauf hin, dass sie sich für „dich und mich so ausgeschmücket“ haben.

Oja, der Sommer tut gut. Er ist die Zeit des Genießens, Ferienzeit, Langsamzeit, Freizeit – Zeit gibt es im Überfluss im Monat Juni. Der Sommer nimmt seinen Anfang. Wir haben die weißen Nächte im Norden und den längsten Tag und die kürzeste Nacht. Wunderbare Zeit! Da soll und kann das Herz ausgehen und Freude suchen.

Besagter Paul Gerhardt kommt in seinem bekannten Lied zu dem Schluss, dass wir Menschen ja auch zu so ansehnlichen und fruchtbringenden Gewächsen reifen könnten. Gute Bäume eben und Sträucher, die im „Sommer seiner Gnade“ viele Glaubensfrüchte hervorbringen. Ja, dann hätten wir den Sommer nicht nur genossen, sondern auch noch genutzt. Hätten Freunden und Fremden Gutes getan. Wären ihnen freundlich begegnet und hätten das Leben hochleben lassen, bei Gesprächen über den Gartenzaun, bei Sommerfesten oder Grillpartys. Während ich schreibe kann ich den Duft der lauen Nächte förmlich riechen…

Peter Dobutowitsch, Pastor i.R.