Monatsspruch Februar
Ihr seid teuer erkauft;
werdet nicht der Menschen Knechte
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1.Korinther 7,23

 

Der Monatsspruch für Februar befremdet uns. Ihr seid erkauft? Dieser Satz stammt aus einer Abhandlung, in der der Apostel Paulus versucht, seinen Adressaten klarzumachen, dass sie frei sind und zwar richtig frei. Der gesellschaftliche Hintergrund, vor dem er argumentiert, ist geprägt von Abhängigkeitsverhältnissen. Dass man Menschen kaufen und verkaufen kann, wenn man das Geld und die Macht dazu hat, war seinen Adressaten nicht befremdlich. Für sie war auch selbstverständlich, dass das gesellschaftliche Umfeld, in dem man aufgewachsen war, in das man hineingeboren wurde, gewissermaßen unabänderlich war. Sklaverei ist in Deutschland, wie in den meisten Ländern, offiziell verboten. Dass Abhängigkeitsverhältnisse Menschen benachteiligen und ausnutzen, ist leider trotzdem bis heute Teil der Wirklichkeit. Darum sind Freiheit und Demokratie ein hohes Gut. Permanent besteht die Gefahr, dass dieses Geschenk preisgegeben wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass auch wir befreit wurden. Ich sehe es als ein großes Geschenk, dass wir in unserem Land eine freiheitliche Verfassung haben und nun schon seit dreißig Jahren keine Mauer die Landesteile trennt. Glücklicherweise gab und gibt es immer wieder Menschen, die den Mut und die Unabhängigkeit gezeigt haben, Missstände zu kritisieren, für ihre Überzeugung einzutreten, und die sich nicht von anderen Menschen einschüchtern ließen. Gerade aus der Freiheit des Evangeliums, zu dem wir Christinnen und Christen berufen sind, kann der Mut erwachsen, für Wahrheit und Gerechtigkeit einzutreten. Das ist dann wahre Freiheit. Freiheit ist kein Selbstzweck, sondern immer auch Auftrag. Das macht auch der Kontext, aus dem der Monatsspruch stammt, deutlich.

Bild: Martin Manigatterer
In: Pfarrbriefservice.de

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